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Äthiopien:
Schutz des Äthiopischen Wolfes

Äthiopischer Wolf

Der Äthiopische Wolf (Canis simensis; Foto: C. Sillero) ist mit einer Population von circa 500 Tieren eine der am stärksten bedrohte Wildhundarten der Welt. Sein leichter, schlanker Köperbau und sein rot-braunes Fell, das mit weißen Partien durchsetzt ist, ließen den Äthiopischen Wolf bis 1990 als eine Übergangsform zwischen Wolf und Fuchs gelten. Infolge genetischer Studien wurde seine nähere Verwandtschaft zum Wolf jedoch einwandfrei belegt.

Obwohl er in Rudeln mit drei bis 13 Tieren lebt, geht er stets allein auf die Jagd in den Hochgebirgslandschaften Äthiopiens. Natürliche Feinde hat der Äthiopische Wolf nach dem Verschwinden der Leoparden keine mehr - und doch ist er so gefährdet wie nie zuvor. Die rapide wachsende Bevölkerung lässt durch extensive landwirtschaftliche Nutzung der Böden immer mehr ausgezehrte Flächen zurück und dringt bis in die Hochgebiete des Landes vor - und in den Lebensraum des Wolfes ein. Mit den Menschen kamen die domestizierten Haushunde, die durch Bastardisierung und Übertragung der Tollwut um die Jahrtausendwende rund drei Viertel der Gesamtpopulation dahinrafften. Darüber hinaus wird der Bestand durch direkte Bejagung und die Aufnahme von vergifteten Ködern, die eigentlich für andere Arten bestimmt sind, gefährdet. Intensive Schutzmaßnahmen durch das Ethiopian Wolf Conservation Programme haben jedoch in den letzten Jahren zu einem Anwachsen der Population im Bale Nationalpark geführt.

Um die wenigen verbliebenen Tiere zu schützen, ist es dringend nötig, möglichst viele Haushunde zu sterilisieren, um einerseits Bastardisierungen zu verhindern und andererseits das Anwachsen der Population streuender Hunde zuverhindern. Außerdem müssen die Äthiopischen Wölfe unter laufender Beobachtung bleiben, um bei Bedarf gegen Tollwut impfen zu können und damit eine neuerliche Epidemie innerhalb der Population zu vermeiden. Die ZGAP unterstützte finanziell die Durchführung solcher Impfungen sowie einer Bestandsaufnahme, die die Basis für den "Status Survey and Conservation Action Plan" der IUCN Canid Specialist Group (CSG) bildete. Außerdem wird der einheimischen Bevölkerung in einer Informationskampagne der Wert der einzigartigen Hochgebirgslandschaften mit ihren endemischen Tierarten nahe gebracht, um ein klares Bewusstsein für den Umgang mit und den Schutz von diesen Tieren zu schaffen.

Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten des Ethiopian Wolf Conservation Programme (EWCP) und den Seiten der IUCN Canid Specialist Group (CSG).