Südafrika:
Projekt zum Schutz des Buschmannhasen
Der Buschmannhase (Bunolagus monticularis; Foto: van Dyk) ist mit
einer Gesamtpopulation von circa 500 Tieren die bedrohteste Säugetierart
Südafrikas. Seinen Namen verdankt das Kaninchen, das lediglich in der
Region Karoo im Zentrum des Landes vorkommt, seinem britischen Entdecker.
Die Karoo ist als Halbwüstenbiom nur spärlich bewachsen. Allein
entlang der saisonal wasserführenden Flüsse ist eine für den
Buschmannhasen überlebenswichtige Vegetation zu finden. Gras und
Zwergbüsche dienen ihm als Nahrungsquelle sowie als Schutz vor Fressfeinden
und zu hoher Sonneneinstrahlung. Die mineralstoffreichen, weichen
Alluvialböden der flussnahen Gebiete ermöglichen der Art das Anlegen
von Bauten zur Aufzucht der Jungtiere, eine Verhaltensweise, die unter den
in Südafrika vorkommenden Hasenartigen nur der Buschmannhase zeigt.
Durch seine Anpassung an dieses spezielle, sehr artenreiche Habitat fungiert
der Buschmannhase als Bioindikator für den Zustand der Habitate.
Die dicht bewachsenen Uferregionen besitzen jedoch auch einen hohen
ökonomischen Wert für die Farmer, die dort extensiv Ackerbau und
Viehwirtschaft betreiben. Die Übernutzung der Flussuferböden infolge
des Ackerbaus und zu hoher Weidedruck durch Schafe führt zu Bodenverdichtung
und einer Abnahme der Pflanzenvielfalt. Die Wüste breitet sich aus und
gleichsam schrumpft der Lebensraum des Buschmannhasen.
Die ZGAP initiierte 1989 das Projekt zum Schutz des Buschmannhasen: In ersten
Freilanduntersuchungen wurden verbliebene Habitate und Populationen
identifiziert, wobei man die ansässigen Bauern stets mit einband - gerade
weil sich die betreffenden Flussregionen zum Großteil durch privates
Farmland ziehen. Im National Riverine Rabbit Co-Ordinating Committee
(NRRCC), einem Zusammenschluss von Vertretern verschiedener
südafrikanischer Organisationen, wurden seither Schutzmaßnahmen
erarbeitet, die Lebensweise des Buschmannhasen näher erforscht und Farmen
mit verbliebenen Habitaten als Riverine Rabbit Conservancies deklariert.
Letztere dienen dem Schutz der wenigen noch vorhandenen, natürlichen
Lebensräume des Buschmannhasen.
Die Unterstützung dieses Projekts durch die ZGAP trug bisher dazu bei,
Bestandsaufnahmen, Monitoring und Öffentlichkeitsarbeit durchzuführen.
Auf zahlreichen Farmen wurden Riverine Rabbit Conservancies errichtet,
in denen die Jagd mit Hunden sowie das Sammeln von Feuerholz verboten sind.
Neueste Erfolge beziehen sich auf das Aufspüren bislang unentdeckter
Populationen, die Gewinnung von Sponsoren und die genetische Erforschung
der Art. Im Jahr 2003 wurde vom Endangered Wildlife Trust die Riverine
Rabbit Working Group (RRWG) zum Schutz der Buschmannhasen gegründet:
Sie etablierte so genannte Eco-Schools, die Umweltschutzthemen in den schulischen
Unterricht einbeziehen und aktiv an einem ökologisch wertvollen
Schulgelände arbeiten. Des Weiteren setzte die RRWG eine Ausdehnung
des Schutzgebietes der Buschmannhasen von 200.000 Hektar auf 300.000 Hektar
durch.
Für die weitere Zukunft ist der Ausbau des Projekts geplant:
- regelmäßige Felduntersuchungen und Zählungen,
- Verbindung der Habitate durch gesicherte Korridore,
- weitere Aufklärung der Farmer und Farmarbeiter, damit die direkte
Gefährdung des Bestandes durch den Menschen auf ein Mindestmaß
reduziert wird.
Weitere Informationen finden Sie auf der
Homepage des Riverine Rabbit
Conservation Project und auf der
Projektseite
der Riverine Rabbit Working Group (RRWG) des Endangered Wildlife
Trust. |