Chile:
Chinchilla-Schutzprojekt in Illapel
Chinchillas (Fotos: Dr. Jaime Jimenez, Amy Deane, Roland Seitre) sind Nagetiere
aus der Teilordnung der Meerschweinchenverwandten (Caviomorpha). Früher
waren sie in den Hochanden Südamerikas weit verbreitet. Während
domestizierte Haus-Chinchillas weltweit zu Abertausenden in Farmen und als
Kuscheltiere gehalten werden, sind die zwei wildlebenden Arten, das
Kurzschwanz-Chinchilla (Chinchilla brevicaudata) und das
Langschwanz-Chinchilla (Chinchilla lanigera) inzwischen akut von der
Ausrottung bedroht. Während sich deren früheres Verbreitungsgebiet
über die Anden in Peru, Bolivien, Chile und Argentinien erstreckte,
umfasst es heute nur noch wenige Gebiete im Norden Zentralchiles.
Wild-Chinchillas sind perlgrau gefärbt, mit großen, mausartigen
Ohren und einem buschigen Schwanz. Das bekannteste Merkmal ist ihr
plüschiges, weiches Fell. Während bei Menschen nur ein Haar aus
einer Haarwurzel wächst, sind es bei Chinchillas mehr als 50. Ein
erwachsenes Chinchilla wiegt etwa 400-500 Gramm. Nach der etwa 110 Tage dauernden
Trächtigkeit werden ein oder zwei Jungtiere geboren, die mit acht Monaten
selbst geschlechtsreif sind.
Ein Dasein als Haustier und Pelzlieferant
Wegen ihres weichen, schimmernden Pelzes sind Chinchillas heute beliebte
Haustiere. Darüber hinaus werden die Tiere in Pelzfarmen gezüchtet,
denn die Nachfrage nach dem flauschigen Fell ist noch immer vorhanden.
Die Gefahr für die letzten
wilden Verwandten
Etwa die Hälfte der wilden Population befindet sich in einem
eingezäunten Reservat, dem Reserva Nacional Las Chinchillas; die
übrigen Individuen befinden sich auf ungeschütztem Privatbesitz.
Durch die Rodung des Landes für landwirtschaftliche Zwecke und Bergbau
ist der Lebemsraum der Chinchillas stark fragmentiert worden. Dazu kam seit
Anfang des 19. Jahrhunderts die intensive Jagd nach den Tieren. In den ersten
30 Jahren wurden über drei Millionen Chinchilla-Pelze aus Chile exportiert.
Manche Autoren berichten, dass in weniger als 60 Jahren 21 Millionen Chinchillas
getötet wurden, wovon jedoch nur ein Bruchteil zum Export geeignet war.
Obwohl die Jagd nach den Tieren heute verboten ist, ist die Gefahr noch lange
nicht vorbei. Die langsame Reproduktionsrate der Chinchillas führt dazu,
dass sich der Bestand, wenn überhaupt, nur sehr langsam erholen kann.
Weidetiere, Holzschlag und Bergbau gefährden den letzten Lebensraum
dieser bedrohten Art.
Forschung
Nach der Wiederentdeckung der Langschwanz-Chinchillas (Chinchilla
lanigera) in den 1970er Jahren in Zentralchile hat eine Serie von Studien
zum besseren Verständnis der Ökologie der Chinchillas beigetragen.
Zu den Studienzielen gehören:
-
Identifikation und Untersuchung des Chinchillahabitats
-
Erforschung der Pflanzengemeinschaften im Lebensraum
-
Anzucht und Auspflanzen einheimischer Pflanzen, um Korridore zwischen den
Populationen zu schaffen
-
Weitere wissenschaftliche Untersuchungen zur Lebensweise der Chinchillas
Schutzmaßnahmen
Das Habitat der Chinchillas steht bei diesem Projekt im Vordergrund. Die
Sicherung der Populationen, die nicht im Reservat leben, beinhaltet vor allem
die Wiederherstellung und Vernetzung der Lebensräume. Die Areale, in
denen Chinchillas leben, werden durch Korridore miteinander verbunden. Im
Dialog mit örtlichen Farmern werden außerhalb des Chinchillahabitats
Gebiete ausgewählt, die als Weideland für Vieh am besten geeignet
sind. Diese Maßnahme schont den noch vorhandenen Lebensraum und bezieht
darüber hinaus die lokale Bevölkerung in das Projekt ein.
Die Restauration des Habitats wird hauptsächlich durch das Auspflanzen
heimischer Pflanzengemeinschaften erzielt. Die Setzlinge werden in der
Gärtnerei des Projektes gezogen. Die Wiederansiedlung von Vegetation
schafft nicht nur für die Chinchillas, sondern auch für andere
einheimische Tierarten eine Verbesserung der Lebensbedingungen.
Darüber hinaus beinhalten die Schutzmaßnahmen auch die Erstellung
und Verbreitung von Lehrmaterialien für Schüler. Damit wird die
lokale Bevölkerung für die Bedeutung ihres Naturerbes sensibilisiert
und zum Schutz der Umwelt angehalten. Die umliegenden Dörfer und Farmer
unterstützen das Schutzprojekt und zeigen durch ihre
Kooperationsbereitschaft eine zunehmend positive Einstellung zu Natur- und
Umweltschutz.
Direkte Unterstützung
Die ZGAP unterstützt das Projekt finanziell seit 2000. Weitere
Unterstützung ist willkommen, am besten durch eine Spende an die ZGAP
mit dem Verwendungszweck "Chinchilla".
Kontakt vor Ort
Amy Deane
Save the Wild Chinchillas
1607 Red Cedar Drive 9
Ft. Myers, FL33907
amy_deane@yahoo.com
http://www.wildchinchillas.org
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