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Ohne das Engagement der ZGAP wären die Goldkopflanguren bereits ausgerottet.Bedrohte Arten ohne Lobby?
25 Jahre Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz e.V. (ZGAP)

Während die drohende Ausrottung von Berggorillas, Großen Pandas oder Java-Nashörnern bereits weiten Kreisen der naturinteressierten Bevölkerung bekannt ist, gibt es noch Tausende hochbedrohte Arten, deren Namen selbst Fachleuten kaum geläufig sind. Aufgrund fehlender Aufmerksamkeit starben in den letzten Jahren schon einige - auch große - Spezies unbeachtet von der Öffentlichkeit aus. Ziel der Zoologischen Gesellschaft ist daher die Erhaltung dieser wenig bekannten, hoch bedrohten Arten und der Schutz ihrer Lebensräume. Im September 2007 jährt sich die Gründung der ZGAP zum 25. Mal.

"Als wir vor 25 Jahren die ZGAP ins Leben riefen, wollten wir uns um vergessene bedrohte Arten kümmern, nicht nur um die Lieblingstiere des Naturschutzes" erinnert sich der Vorsitzende und Gründungsmitglied Roland Wirth.

Die mittlerweile über 750 Vereinsmitglieder widmen sich mit Begeisterung und hohem ehrenamtlichen Engagement der Rettung hochbedrohter Tierarten. Über 172 Schutzprojekte hat die ZGAP finanziell gefördert oder selbst durchgeführt.

Die ZGAP kümmert sich seit Jahren um den Erhalt der außergewöhnlichen Visayas-Pustelschweine. Zahlreichen Tierarten vom Nasenfrosch bis zur Borkenratte ginge es ohne die ZGAP-Aktivitäten heute entschieden schlechter. Es gäbe keine inzwischen gut etablierten Erhaltungszuchtprojekte für Prinz-Alfred-Hirsche, Visayas-Pustelschweine oder Gelbkopfkapuziner und keine nach wie vor einmalige Zuchtstation für kritisch bedrohte oder in Freiheit ausgerottete asiatische Schildkrötenarten, das Internationale Zentrum für Schildkrötenschutz in Münster. Mindestens eine Tierart, der Goldkopflangur, wäre ohne das von der ZGAP initiierte Schutzprojekt bereits seit einigen Jahren ausgerottet.

"Die ZGAP hat in den letzten Jahren wohl mehr obskure und vergessene Arten ins Schweinwerferlicht der Artenschutzszene gestellt und sich für ihre Erhaltung eingesetzt, als Irgendjemand sonst auf dem Planeten" schätzt Dr. Nigel Collar von BirdLife International den Verdienst der ZGAP ein.

Aufgrund der weltweiten Ausrottungskrise bei Amphibien wurde das "Jahr des Frosches 2008" ausgerufen. Trotz dieser Erfolge bleibt die Arbeit der Naturschutzorganisation wichtiger denn je: Die drohenden Gefahren des Klimawandels waren Fachleuten zwar schon im Gründungsjahr 1982 bekannt, doch erst jetzt dringt das Ausmaß der Bedrohung an die breite Öffentlichkeit. Eine Ausrottungskrise jagt die nächste: Millionen Geier in Südostasien verendeten durch Vergiftung durch das Medikament Diclofenac. Der rasante wirtschaftliche Aufschwung in Südostasien und die Nachfrage nach Produkten der traditionellen Medizin wurde praktisch über Nacht zur weltweit größten Bedrohung für zahlreiche Tiergruppen, darunter Schildkröten. Aktuell belegen die Amphibien die zweifelhafte Spitzenposition auf der "Ausrottungs-Hitliste".

Weitere Informationen zu den Dolchstichtauben finden Sie auf der Webseite der Stiftung Artenschutz (einer der Partnerorganisationen der ZGAP) unter www.stiftung-artenschutz.de


Pressemitteilung vom 20. September 2007