Einweihung des Internationalen Zentrums für Schildkrötenschutz
im Allwetterzoo
Nach gut 20-monatiger Bauzeit und mehr als doppelt so langer Vorbereitungszeit
nahm das Internationale Zentrum für Schildkrötenschutz (IZS) mit
der offiziellen Einweihungsfeier im beisein rund 120 geladener Gäste
am 18. Oktober 2003 seinen Betrieb auf.
Die ersten Schildkröten aus dem überaus seltenen Bestand des Nottulner
Schildkrötenzüchters Elmar Meier hatten bereits im September ihr
neues Quartier im Allwetterzoo bezogen. Im IZS, einem Teil der neuen BIOdiverCITY
im Eingangsbereich des Zoos, wird der anerkannte Schildkrötenexperte
künftig einige der am stärksten von der Ausrottung bedrohten
Schildkrötenarten betreuen und züchten.
Das weltweit einmalige Pilotprojekt wird von zahlreichen Förderern und
Sponsoren unterstützt, darunter die Deutsche Gesellschaft für
Herpetologie und Terrarienkunde e. V. (DGHT), die nationalen Fachverbände
aus Großbritannien, der Schweiz und den Niederlanden, die Andreas
Stihl-Stiftung und die Stiftung Westfalen-Initiative, das Deutsche Tierhilfswerk
(DTHW) und die LVM-Versicherungen Münster. Aber auch unzählige
Schildkrötenliebhaber unterstützten das Projekt mit ihren Spenden
und trugen so zur Realisierung bei.
Auch außerhalb Europas erregt das Projekt Aufsehen und Interesse: Die
Turtle Survival Alliance und der Turtle Conservation Fund der
Weltnaturschutzunion IUCN, die sich im Januar im Allwetterzoo zur Planung
der weltweit notwendigen Schildkröten-Schutzmaßnahmen trafen,
bezeichnen das IZS in ihrem Aktionsplan als Einrichtung von weltweit
höchster Bedeutung mit Vorbildfunktion. Über das existierende
internationale Netzwerk können hoffentlich bald die ersten Nachzuchten
von Goldkopfschildkröte, Zhous Scharnierschildkröte & Co aus
dem Allwetterzoo zum Aufbau weiterer Zuchtgruppen an andere Zoos und
Züchter verteilt werden. Langfristig sind auch Schutzmaßnahmen
vor Ort und - sofern möglich - die Wiederansiedlung der asiatischen
Schildkrötenarten in ihrem ursprünglichen Lebensraum geplant.
Das Gebäude der BIOdiverCITY wurde
errichtet nach den Plänen und unter der Bauleitung des
Architekturbüros Thiel in Münster. Neben dem IZS wird es
zukünftig eine Forscherwerkstatt und ein Besucherinformationszentrum
zum Thema Biodiversität beherbergen. Diese Bereiche werden vom
Ausstellungsdesigner Dr. Ulrich Hermanns aus Münster geplant. Die
Finanzierung hierfür erfolgt mit Fördermitteln der Stiftung Umwelt
und Entwicklung des Landes NRW in Höhe von 880.000 EUR.
Das IZS selbst ist nicht öffentlich zugänglich,
Einsichtmöglichkeiten in die Station werden aber gegeben. Um den zweiten
Zuchtraum für Schildkröten fertigzustellen, werden übrigens
dringend noch weitere Sponsorengelder benötigt.
Fotos von der Einweihung und von Schildkröten sind unter
http://izs-online.de zu
finden. |