Ekuadoramazone (Amazona lilacina)

Ekuadoramazone (Amazona lilacina)

2.Amazona lilacina web

Lange Zeit war strittig, ob die Ekuadoramazone (Amazona lilacina) eine Unterart der Gelbwangenamazone (Amazona autumnalis) ist oder ob es sich bei ihr um eine eigenständige Art handelt. Seit 2014 wird die Ekuadoramazone als eigene Art anerkannt. Dadurch ändert sich die Priorität für den Artenschutz, der Arten eine größere Bedeutung als Unterarten zuspricht. Die Gelbwangenamazone wird zwar auf dem CITES- Anhang II gelistet, aber auf der IUCN-Liste der bedrohten Arten als least concern – nicht gefährdet – eingestuft.

Schon 1992 wurde die Gesamtpopulation von A. lilacina auf nur 100 bis 500 Individuen geschätzt. Neuere gehen zwar von einem größeren Bestand von c. 1000 Tieren aus, basieren jedoch nicht auf Studien im Feld. Insofern gibt es zur Zeit keine verlässliche Populationsschätzung.

A. lilacina wird daher mit der Anerkennung als Art auf der roten Liste der IUCN als endangered – stark gefährdet – gelistet werden.

Lebensraumzerstörung und der Fang für den lokalen und internationalen Vogelhandel sind die Hauptbedrohung dieser Amazonenart.

Der Fonds für bedrohte Papageien und die Strunden-Papageien-Stiftung haben 2014 Zählungen im Feld finanziert, um einen Überblick über die aktuelle Bestandsituation zu bekommen.

Populationsschätzung der Ecuadoramazone (Amazona lilacina) in Nordwest-Ecuador

Laufzeit

Februar bis Mai 2014

Projektbearbeiter

Dipl.-Biol. Jeroen Jansen

Projektleiter

PD Dr. Martin Schäfer

Focus-Arten

  • Ekuadoramazone (Amazona lilacina)

Projektpartner

  • ZGAP (Fonds für bedrohte Papageien und Strunden-Papageien-Stiftung)
  • Fundacion Jocotoco (Unterstützung bei der Logistik)

Ziel des Projekts

Zählung der Population im Nordwesten Ekuadors und Identifikation wichtiger Habitate. Gleichzeitig soll die genetische Variabilität dieser Population im Vergleich mit der aus dem Süden des Landes bestimmt werden.

Projektstatus

abgeschlossen

Aussichten für den Artenschutz

Gegend bei Mompiche

In dieser Gegend wurden bisher zwar keine A. lilacina gesichtet, allerdings wurde eine hohe Diversität an Papageien und anderen Vögeln beobachtet. Es ist zudem nicht ausgeschlossen, dass A. lilacina vorhanden ist. Der Zugang zu vielen Gebieten wird durch Privatgelände ohne vorhandene Wege oder Pfade erschwert. Die hohe Biodiversität in dieser Gegend ist vermutlich auf zwei große Waldstücke zurückzuführen, die noch relativ gut erhalten sind. Beide sind privat. Das Waldstück südöstlich von Mompiche gehört einem Großgrundbesitzer, der die Hotelanlagen bei Portete gebaut hat. Das Waldstück nordöstlich von Mompiche gehört zu einer 250 ha großen Finca, die im Moment zum Verkauf steht. Mindestens 100 ha davon sind Wald. Direkt daneben liegt die Übergangszone zu den Mangroven. In dieser Gegend sind viele, alte Nato-Bäume in sumpfigem Gelände. Diese bieten mit ihren zahlreichen Höhlen hervorragende Nistmöglichkeiten für Papageien und andere Vögel und sind daher offiziell vom Ministerio de Ambiente geschützt. Allerdings ist die Kontrolle äußerst gering, da sich das zuständige Amt in Muisne befindet.

Glücklicherweise ist diese Gegend auf dem Landweg nur schwer zu erreichen. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum sie noch so gut erhalten ist. Der immer noch zunehmende Flächenbedarf der Garnelenzüchter und eine geplante Straße von Tres Vias nach Las Manchas könnte die jedoch ändern. Falls die Finca in die falschen Hände verkauft wird, wird mit dem Wald wahrscheinlich das gleiche passieren wie mit den meisten ehemals vorhandenen Wäldern in der Gegend. Das wäre ein enormer Verlust für die Biodiversität in dieser Gegend.

Wälder bei Portovelo/ San Vicente

In dieser Gegend kann durch Aufklärungsarbeit und Schutzmaßnahmen ein großer Unterschied zur jetzigen Situation erzielt werden. Bisher sind zwar die Mangroven um die Isla Corazon geschützt, jedoch ist keines der Waldstücke, die von den Ekuadoramazonen zur Nahrungssuche und auch zur Brut genutzt werden, unter offiziellem Schutz. Es bestehen zwei Gebiete, die unter privatem Schutz stehen. Waldstücke, die Bedeutung für die Ernährung der Ecuadoramazonen haben, müssen genauer identifiziert und geschützt werden. Dabei muss besonderer Wert auf den Schutz von Bäumen mit Nistmöglichkeiten, d.h. hauptsächlich Baumhöhlen, gelegt werden. Dazu muss allerdings mit vielen verschiedenen Grundbesitzern verhandelt werden. Den ansässigen Leuten muss die Bedeutung dieser Population für den Erhalt dieser Art weiter aufgezeigt werden. Die allgemeine Stimmung in dieser kleinen Dorfgemeinschaft ist protektiv, allerdings muss sich das noch auf die Amazonen ausweiten. Der Fang und Verkauf von A. lilacina als Haustier muss durch vorsichtige Aufklärung der Personen unterbunden werden, die im Wald gelegentlich die Nester ausräumen. Man sollte dabei bedenken, dass diese Leute bisher das größte Wissen über Verhalten, Biologie und Aufenthaltsorte der Ekuadoramazonen in dieser Gegend haben. Zusätzliche Nistmöglichkeiten durch künstliche Nistkästen in geeigneten Gebieten könnten den Bruterfolg erhöhen und zum Erhalt der Art beitragen. Ein ähnliches Projekt läuft bereit in Cerro Blanco bei Guayaquil.

ZGAP Project Code 2.Amazona liacina.ECU.1984.FBP+SPS