Auswahl an Projekten zu durch uns geförderten Tierarten

  • Bawean Pustelschwein

    Bawean Pustelschwein


    Bawean warty pig, Sus blouchi
    Indonesien, zeitlich befristet, 2013


    Das Bawean Pustelschwein wurde lange als Unterart des Java-Pustelschweins betrachtet. Die Art ist äußerst selten und kommt nur auf der indonesischen Insel Bawean vor. Da kaum Informationen über diese Art verfügbar waren, sollten in dem Projekt zunächst grundlegende Daten gewonnen werden – insbesondere auch im Hinblick auf die Stärke der Population und ihr bevorzugtes Habitat. Darüber hinaus sollte die lokale Bevölkerung mit in das Projekt einbezogen und für die Bedrohung der Tiere sensibilisiert werden, da die Schweine auf der Suche nach Nahrung häufig die Felder der Bauern zerstören, was zu immer wiederkehrenden Konflikten führt.

    Im Cikananga Wildlife Center wurden Verhaltensstudien durchgeführt und mit dem Verhalten der Tiere in freier Wildbahn verglichen um Leitlinien für eine Wiederauswilderung zu etablieren.

    Die Untersuchungen haben ergeben, dass die Tiere tagsüber hauptsächlich im Wald leben und diesen nachts verlassen um zu fressen. Auf der Insel leben zwischen 172 und 377 Bawean Pustelschweine. Die Population ist demnach sehr fragil und benötigt weiterhin dringenden Schutz.

  • Buschmannhase

    Buschmannhase


    Riverine Rabbit, Bunolagus monticularis
    Südafrika, zeitlich unbefristet, seit 1998
    Projektcode: 1.Bunolagus monticularis ZAF 1998-4541


    Der Buschmannhase gilt als eine der seltensten und bedrohtesten Säugetierarten überhaupt. Die seltenen Tiere sind in der Karoo endemisch und haben sich auf ein ganz bestimmtes, in einer Wüstenregion erwartungsgemäß sehr begrenztes Habitat spezialisiert: die diskontinuierliche Ufervegetation und die saisonal überschwemmten Randzonen entlang der Flüsse.

    Die ZGAP war die erste Artenschutzorganisation, die die Arbeit zum Schutz des Buschmannhasen förderte. Im Zeitraum von 1998 bis 2003 wurde das Projekt allein durch Gelder der ZGAP finanziert, bis sich schließlich 2003 gemeinsam mit der ZGAP die in Südafrika ansässige Artenschutzorganisation Endangered Wildlife Trust des seltenen Kaninchens annahm.

    Die Arbeit bestand zunächst aus intensiver Feldforschung zur Bestimmung des Verbreitungsgebietes. Mithilfe von Kamerafallen und in Zusammenarbeit mit den Landbesitzern wurde eine Bestandserfassung vorgenommen, für die zuvor eine eingehende Aufklärungsarbeit der ansässigen Farmer erforderlich war. Im Laufe der Zeit konnten vier Schutzzonen (sog. Riverine Rabbit Conservancies) etabliert werden, die etwas 360 000 ha Farmland umfassen, auf dem der Buschmannhase lebt. In diesen Bereichen werden hoch isolierte und gefährdete Habitatfragmente identifiziert und rehabilitiert (Habitatmanagement). Die Aufklärung der Bevölkerung hat zudem das Bewusstsein für die Einzigartigkeit und die Bedrohung des Buschmannhasen geweckt, und bildet nach wie vor einen entscheidenden Baustein der Schutzmaßnahmen.

  • Ecuadoramazone

    Ecuadoramazone


    Lilacine Amazon, Amazona lilacina
    Ecuador, zeitlich unbefristet, seit 1984
    Projektcode: 2.Amazona lilacina.ECU.1984.FBP.SPS-4667


    Die Ecuadoramazone wird mit einem geschätzten Bestand von 600 – 1.700 Tieren von der IUCN als „gefährdet“ eingestuft. Sie ist vor allem durch den Fang für den Handel und die Zerstörung ihres Lebensraumes bedroht. Es wird davon ausgegangen, dass der Bestand weiter abnimmt.

    Zu Beginn wurde das Projekt zeitlich befristet gefördert. Dabei ging es zunächst darum, die Verbreitung und den Bestand von A. lilacina im Norden Ecuadors (Manabi und Esmeraldas) abzuschätzen. Insbesondere sollten wichtige Gebiete identifiziert werden, die als Schlafplatz, zur Nahrungssuche oder Brut genutzt werden. Gleichzeitig sollte die genetische Variabilität dieser Population im Vergleich mit der aus dem Süden des Landes bestimmt werden.

    Im Jahr 2016 wurde beschlossen, die Forschungsarbeit zum Schutz der Ecuadoramazone dauerhaft – also time-unlimited - zu fördern.

  • Europäischer Nerz

    Europäischer Nerz


    European mink, Mustela lutreola
    Estland/Deutschland, zeitlich unbefristet seit 1995
    Projektcode: 1.Mustela lutreola EST 1995-4566


    Der Europäische Nerz ist eine der seltensten Säugetiere Europas und wurde inzwischen nahezu komplett durch den oberflächlich ähnlichen aber nicht näher verwandten Amerikanischen Mink verdrängt. In Deutschland gilt der Europäische Nerz seit 1925 als ausgestorben. Die ZGAP fördert die ex-situ Zucht sowie Auswilderungsprojekte in Estland und in Deutschland (Steinhuder Meer).

    Der Schutz des Europäischen Nerzes in Estland beruht auf drei Säulen: Aufbau- und Erhaltung einer ex-situ-Population im Rahmen eines EEP (European Endangered Species Programme) im Zoo Tallinn, Aufbau von isolierten Populationen auf zwei Inseln (Hiiumaa und Saaremaa) und Feldforschungsmaßnamen. Insbesondere soll untersucht werden, welche Faktoren das Überleben der ausgewilderten Tiere beeinflussen.

    Seit 2014 entwickelt sich die Population auf der Insel Hiiumaa sehr positiv und 2015 kam es auch am Steinhuder Meer zu einer Sensation, als zum ersten Mal seit fast 100 Jahren Europäische Nerze in freier Wildbahn in Deutschland geboren wurden.

  • Gelbbrustkapuziner

    Gelbbrustkapuziner


    Yellow-breasted Capuchin, Sapajus xanthosternos / Cebus xanthosternos
    Brasilien, zeitlich unbefristet, seit 1994
    Projektcode: 1.Cebus xanthosternos.BRA.1994-4593


    Der Gelbbrustkapuziner ist eine Primatenart, die in den tropischen Wäldern der brasilianischen Atlantikküste vorkommt. Die Neuweltaffen sind aufgrund von massiven Verlusten ihres Lebensraumes und durch starke Bejagung vom Aussterben bedroht.

    Die ZGAP fördert seit 1994 Forschungsarbeiten zur Lebensweise und zur Verbreitung dieser Affen. Anhand dieser Daten wurden Vorschläge zur Festlegung von Schutzgebieten gemacht, in denen die Tiere vor illegaler Jagd und weiterem Verlust ihres Lebensraumes geschützt sind. Zudem wird versucht, als Haustiere gehaltene Gelbbrustkapuziner für die Etablierung einer ex situ-Population zu gewinnen.

  • Goldkopflangur

    Goldkopflangur


    Cat Ba Langur Trachypithecus poliocephalus poliocephalus
    Vietnam, zeitlich unbefristet, seit 2000
    Projektcode: 1.Trachypithecus policephalus policephalus.VNM.2000-4517


    Der Goldkopflangur kommt nur noch auf der vietnamesischen Insel Cat Ba vor und ist mit nur noch 64 Individuen (Stand 2006) die am stärksten bedrohte Primatenart der Welt.

    Obwohl das Verbreitungsgebiet des Goldkopflanguren 1986 zum Nationalpark erklärt wurde, konnte das weitere Abnehmen der Population nicht verhindert werden.

    Hauptgründe für die Bedrohung sind Wilderei (sowohl zum Verzehr des Fleisches als auch für die traditionelle Medizin), Zerstörung des Lebensraumes aufgrund des Bevölkerungswachstums und unkontrollierte, von Honigsammlern gelegte Feuer. Aber auch der mangelhaft organisierte Tourismus im Cat Ba Nationalpark führt zur Störung und damit zu einer verminderten Fortpflanzung der Tiere. Da die männlichen Tiere besonders häufig Opfer von Wilderern werden, ist die Inzuchtgefahr zudem sehr groß.

    Seit November 2000 wird der Goldkopflangur aufgrund des Engagements der ZGAP durch das Cat Ba Langur Conservation Project geschützt, das zwei wichtige Programme verfolgt:

    • Zum einen wurde im Nationalpark ein von einer Pufferzone umgebenes Schutzzentrum im Bereich des Weltnaturerbes “Halong Bay” eingerichtet, in dem 35% der verbleibenden Population leben.
    • Zum anderen wurden Maßnahmen zum Schutz der außerhalb des Parks lebenden Languren etabliert, bei denen Einheimische die Subpopulationen und ihre Habitate überwachen und die Bevölkerung, lokale Politiker und Touristen über die Bedrohung der Tiere und ihres Lebensraumes aufklären.

  • Hunter-Antilope

    Hunter-Antilope


    Hirola, Beatragus hunteri
    Kenia/Somalia, zeitlich befristet, 1997, 2011


    Die Hirola gehört zur Gruppe der Kuhantilopen und ist eine der seltensten Antilopen der Erde. Sie kommt nur noch im Grenzgebiet zwischen Kenia und Somalia vor.

    Der Bestand brach von ca. 10 000 Tieren in den 1970er-Jahren auf weniger als 500 Individuen ein. Die IUCN stuft die Hunter-Antilope als vom Aussterben bedroht (Critically Endangered) ein.

    Um das zukünftige Populationsmanagement zu optimieren, waren intensive Grundlagenforschungen zur Bestandsdemographie und Habitatwahl notwendig, die von der ZGAP gefördert wurden.

  • Java-Plumplori

    Java-Plumplori


    Javan slow loris, Nycticebus javanicus
    Indonesien, zeitlich befristet, 2012


    Nicht erst seit dem Auftauchen von Youtube-Videos mit „zahmen“ Plumploris als Heimtieren, stellt der illegale Handel mit diesen Halbaffen eine ernste Bedrohung dar.

    Aufgrund von andauernden und gravierenden Nachstellungen für den Heimtiermarkt ist der Bestand in den letzten 24 Jahren nach Angaben der IUCN um mindestens 80% eingebrochen, sodass diese Art mittlerweile als vom Aussterben bedroht gilt. Auch die Zerstörung des Lebensraumes und die Fragmentierung der Populationen trägt erheblich zur Gefährdung des Java-Plumploris bei.

    Die ZGAP finanzierte Feldstudien zur Bestimmung des Bestands und förderte gemeinsam mit Kommunikatoren ein Schutzprogramm vor Ort. In Zusammenarbeit mit TRAFFIC Southeast Asia wurden Kurzfilme zur Aufklärung für Youtube und das Fernsehen produziert.

  • Javanisches Pustelschwein

    Javanisches Pustelschwein


    Java warty pig, Sus verrucosus
    Indonesien, zeitlich unbefristet, seit 2007


    Im Cikananga Conservation Breeding Center (CCBC), Sukabumi, West Java, Indonesien, baute die ZGAP eine ex-situ-Population des hochbedrohten Javanischen Pustelschweins auf. Diese in Menschenobhut gezüchteten Tiere stellen zum einen eine Reservepopulation dar, zum anderen sollen die Nachkommen für eine Auswilderung im natürlichen Lebensraum zur Verfügung stehen. Gemeinsam mit der Taman Safari Organisation hat die ZGAP im Taman Safari Bogor mit Nachzucht aus Cikananga eine zweite räumlich getrennte Population etabliert und arbeitet derzeit am Aufbau einer dritten Zuchtstation im Taman Safari Prigen in Ost-Java.

  • Mitchell-Lori

    Mitchell-Lori


    Trichoglossus forsteni mitchelli
    Indonesien, zeitlich befristet, 2014


    Der Mitchell-Lori ist eine Unterart des Forsten-Loris, die vom Allfarblori (Trichoglossus haematodus) abgetrennt wurden. Er kommt nur auf Bali und Lombok in Indonesien vor. Durch Habitatverlust und Fang für den Vogelhandel ist der Bestand in den letzten Jahren dramatisch zurückgegangen und es besteht die Gefahr, dass er im Freiland schon ausgerottet ist, auch wenn der IUCN Status der Art derzeit mit near threatened – potenziell gefährdet – angegeben wird.

    Der Fonds für bedrohte Papageien und die Strunden-Papageienstiftung finanzierten Expeditionen auf Lombok und Bali, um einen Überblick über den Status, die Verteilung und die Habitateigenschaften von Mitchell’s Allfarblories auf diesen beiden Inseln zu erhalten. Zudem sollte mit dem Projekt der Focus der Behörden auf das Problem des illegalen Vogelhandels gelenkt werden.

  • Nördliche Batagur-Flussschildkröte

    Nördliche Batagur-Flussschildkröte


    Northern River Terrapin, Batagur baska
    Bangladesch, zeitlich unbefristet, seit 2014
    Projektcode: 3.Batagur baska.BGD.2014.DGHT-4637


    Die nördliche Batagur-Flussschildkröte kam ursprünglich in großer Zahl in den Flussmündungsgebieten und Mangroven von Nordostindien, Bangladesch und Myanmar vor. Mittlerweile ist die faszinierende Schildkröte jedoch aufgrund von Bejagung, Entnahme der Gelege und der Zerstörung ihres Lebensraumes vom Aussterben bedroht. Die Artenschutzorganisation Turtle Survival Alliance (TSA) widmet sich mit großem Einsatz der Nachzucht der Tiere und wird dabei seit vielen Jahren von der ZGAP unterstützt.

    Parallel zur ex situ- Erhaltungszucht müssen die bereits seit mehreren Jahren andauernden Bemühungen fortgesetzt werden weitere Tiere zu lokalisieren.

    Da keine wildlebenden Exemplare bekannt sind, ist über die Biologie und Ökologie der nördlichen Batagur-Flussschildkröte nichts bekannt. Eine Wiederansiedlung in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet ist aber nur dann sinnvoll, wenn konkretes und fundiertes Wissen über die Ansprüche der Tiere vorhanden ist. Ein wichtiger Focus des Auffangzentrums liegt somit auch auf der Forschung um die nötigen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Wiederauswilderung zu schaffen.

  • Prinz-Alfred-Hirsch

    Prinz-Alfred-Hirsch


    Philippine Spotted Deer, Rusa alfredi
    Philippinen, zeitlich unbefristet, seit 1984
    Projektcode: 1.Cervus alfredi.PHL.1998-8.PBCFI.PHL.2012-4501


    Eine der ersten Arten, auf die die ZGAP aufmerksam machte, war 1984 der knapp vor der Ausrottung stehende Prinz-Alfred-Hirsch Rusa alfredi (ehem. Cervus alfredi). Auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN tauchte die Art nicht auf – sie war einfach „in Vergessenheit geraten“. Ein Grund hierfür war, dass der Prinz-Alfred-Hirsch, der endemisch auf den Visayas-Inseln vorkommt, bis 1983 nur als Unterart Cervus unicolor alfredi des Sambar klassifiziert war.

    Die ZGAP führte intensive Recherchen durch, kontaktierte Fachleute und beteiligte sich organisatorisch und finanziell an einem Rettungsprogramm, in das auch verschiedene Zoos in Europa, Australien und den USA eingebunden sind. 1990 begann in enger Zusammenarbeit mit der philippinischen Regierung ein Erhaltungszuchtprojekt. Die Bemühungen waren von Erfolg gekrönt: im Zuchtbestand der Art leben heute (Stand 2015) über 110 Tiere, sodass die Art von der IUCN mittlerweile nur noch als „gefährdet“ gelistet wird. Dennoch sind die Tiere durch intensive Bejagung und fortwährende Zerstörung ihres Lebensraumes stark unter Druck. Eine Fortführung der Schutzmaßnahmen ist zwingend erforderlich.

  • Rotsteißkakadu

    Rotsteißkakadu


    Red vented cockatoo (Katala Foundation), Cacatua haematuropygia
    Philippinen, zeitlich unbefristet, seit 1998
    Projektcode: 2.Cacatua haematurophygia.PHL.1999.SPS.FbP-4503


    Um die Erhaltung der vom Aussterben bedrohten Papageienart zu garantieren, wurde 1998 von der Katala Foundation ein Schutzprojekt auf der philippinischen Insel Palawan ins Leben gerufen. Die ZGAP gehörte zusammen mit der Loro Parque Fundacion, dem Zoo Chester und dem ZooParc de Beauval von Anfang an zu den wichtigsten Förderern des Programms.

    Zu Beginn des Projektes umfasste die Kakadupopulation dieser Insel lediglich 23 Vögel. Als Ursache der starken Bestandsdezimierung gilt vor allem der lukrative illegale Handel als Käfigvögel, für den die Kakaduküken aus jedem gefundenen Nest entnommen und auf Märkten verkauft werden. Weitere Bedrohungen für den Rotsteißkakadu sind die Zerstörung der Küstenlebensräume und die Verfolgung als vermeintliche Schädlinge in der Landwirtschaft.

    Durch intensive Bewachung der Nistbäume, Ausbildung von Wildhütern, Zufütterung der Nestlinge, Aufklärung der lokalen Bevölkerung sowie Aufforstungsprojekte und Auswilderungen im ehemaligen Verbreitungsgebiet, gelang es dem Projektteam den Bestand wieder auf über 350 Individuen zu erhöhen.

    Wesentlich für diese Bestandserholung war die Gewinnung der ehemaligen Wilderer als Projektmitarbeiter. Den ortsansässigen armen Kleinbauern, die die Jungvögel jährlich aus den Nestern holten, wurden Arbeitsplätze im Team angeboten. Jetzt sorgen die ehemaligen „Nesträuber“ für den Schutz der Jungvögel und bereichern mit ihrem Wissen zur Lage der Nisthöhlen, sowie zur Jungenaufzucht das Projekt.

  • Salvadori-Weißohrsittich

    Salvadori-Weißohrsittich


    Grey-breasted parakeet, Pyrrhura griseipectus
    Brasilien, zeitlich unbefristet, seit 2007
    Projektcode: 2.Pyrrhura griseipectus.BRA.2007.FbP.SPS-4529


    Der Salvadori-Weißohrsittich ist eine vom Aussterben bedrohte brasilianische Papageienart. Insbesondere die Zerstörung seines Lebensraums zur Errichtung von Kaffeeplantagen und der illegale Fang für den Handel als Heimtier tragen dazu bei, dass der Bestand dramatisch schwindet.

    Da über die Biologie und Ökologie dieser Vögel nur sehr wenig bekannt war, förderte die ZGAP ein umfangreiches Projekt in den Baturité-Bergen, das mehrere Ansätze zum Schutz der Tiere verfolgte:

    • Zum einen lag der Focus auf der Forschung über Fortpflanzungsverhalten, Habitatnutzung, Futterpräferenzen und die Auswahl von Ruhe- und Brutplätzen.
    • Zum anderen wurden zahlreiche, unterschiedliche Umweltbildungs- und Aufklärungsaktionen durchgeführt.
    Bisher hat sich der Bestand durch die Schutzmaßnahmen fast verdreifacht, die Wilderei ist zurückgegangen und jedes Jahr werden mehr Jungvögel groß. Durch die Feldforschungen wurde zudem eine neue, isolierte Population entdeckt.

    Das Schutzprojekt in den Baturité-Bergen erhält zunehmend Geltung in der lokalen und regionalen Naturschutzpolitik. Hierdurch vermehren sich ihre Möglichkeiten, Einfluss auf naturschutzpolitische Zielsetzungen zu nehmen und die Durchsetzung von Umweltgesetzen und -vorschriften in der Region zu fördern.

  • Saola

    Saola


    Saola, Pseudoryx nghetinhensis
    Vietnam/Laos, zeitlich befristet, 2013


    Die Entdeckung der Saola, auch Vu-Quang-Antilope oder Vietnamesisches Waldrind genannt, im Jahr 1993 war eine zoologische Sensation. Von der IUCN als vom Aussterben bedroht (Critically Endangered) eingestuft, waren sofortige Maßnahmen zum Schutz unabdingbar.

    Die ZGAP förderte ein Treffen der Saola Working Group, um Methoden zum Auffinden der letzten Tiere zu entwickeln, die Wilderei durch Schlingenfang zu reduzieren und die Möglichkeit eines ex-situ-Zuchtprogramms zu erörtern. Dabei konnten erste dringende Maßnahmen zum Schutz der Saola identifiziert werden.

    Die Art ist jedoch weiterhin hochbedroht und benötigt den höchsten Schutz.

  • Schwarzflügelstar

    Schwarzflügelstar


    Black-winged Starling, Sturnus melanopterus
    Indonesien, zeitlich unbefristet, seit 2014
    Projektcode: 8.Taman Safari.IDN.2014-4697


    In Bogor auf der indonesischen Insel Java unterstützt die ZGAP ein Auswilderungsprojekt für den von der Ausrottung bedrohten Schwarzflügelstar (Sturnus melanopterus). Die einst häufig vorkommenden schwarz-weißen Vögel sind heute kaum noch in der Natur vorzufinden. Die hauptsächliche Bedrohung für die Tiere stellt dabei der illegale Vogelfang dar.

    Auf dem geschützten Gelände des Safari-Parks „Taman Safari“ konnten die seltenen Stare erfolgreich nachgezüchtet und in einem sanften Auswilderungsprogramm in die Freiheit entlassen werden.

  • Sulawesi-Hirscheber

    Sulawesi-Hirscheber


    North Sulawesi babirusa, Babyrousa celebensis
    Indonesien, zeitlich unbefristet, seit 2011
    Projektcode: 1.Babyrousa.celebensis.IDN.2011-4643


    Der Sulawesi-Hirscheber wird von der IUCN als gefährdet (Vulnerable) eingestuft. Insbesondere im Norden und im Zentralteil der Insel sind die Bestände durch die Zerstörung ihres Lebensraumes aufgrund von illegalen Goldschürfungen, Holzeinschlag und Brandrodungen sowie durch Wilderei stark bedroht.

    Die Regenwälder in Nantu, Sulawesi (Indonesien) sind eines der letzten Rückzugsgebiete, in dem Hirscheber und andere endemische Arten Wallaceas eine Zuflucht finden. Nantu ist mit einer Größe von 62000 ha eines der wenigen unberührten Waldgebiete Sulawesis.

    Die ZGAP finanziert das Gehalt eines Rangers, um die Wilderei einzudämmen. Deren Einsatz trägt entscheidend zum Erhalt der Art bei. Neben dem unmittelbaren Schutz des Habitats und der darin lebenden Tiere bemühen sich die Projektpartner dabei insbesondere auch um die Aufklärung der lokalen Bevölkerung. So finden Exkursionen mit Studenten und Schülern umliegender Schulen statt. Zudem werden im Projektgebiet wissenschaftliche Studien durchgeführt.

    Insgesamt wird die Situation aufgrund der intensiven Schutzmaßnahmen mittlerweile als relativ gut eingeschätzt, es ist jedoch erforderlich, diese dauerhaft aufrechtzuhalten.

  • Tamarau

    Tamarau


    Tamaraw, Bubalus mindorensis
    Philippinen, zeitlich unbefristet, 2013
    Projektcode: 1.Bubalus mindorensis.PHL.2013-4664


    Der Tamarau ist ein asiatischer Zwergbüffel, der nur auf der zu den Philippinen gehörenden Insel Mindoro vorkommt.

    Über die aktuelle Situation der Population war fast nichts bekannt, sodass das Ziel des von der ZGAP geförderten Projektes die Durchführung einer wissenschaftlichen Exkursion zur Erforschung verschiedener Fragestellungen war.

    Im Rahmen der Untersuchungen konnten das momentane stark begrenzte Verbreitungsgebiet und die Bedrohung durch Bejagung bzw. Wilderei identifiziert werden. Es wurden mögliche Ansätze für Schutzmaßnahmen entwickelt, die nun in die Tat umgesetzt werden müssen. In diesem Zusammenhang stand auch die indigene Bevölkerung und deren Integration in die Artenschutzarbeit im Fokus des Projektes.

  • Visayas-Pustelschwein

    Visayas-Pustelschwein


    Visayan Warty Pig, Sus cebifronsem>
    Philippinen, zeitlich unbefristet, seit 2014
    Projektcode: 8.Talarak.PHL.2014-4680 (Talarak Foundation)


    Das auf den westlichen Visaya-Inseln endemische Visayas-Pustelschwein ist vom Aussterben bedroht. Die IUCN schätzt, dass die Population im Verlauf der nächsten drei Generationen (ca. 21 Jahre) um mehr als 80% einbrechen wird. Der aktuell bestehende Bestand ist in zahlreiche stark fragmentierte Populationen zersplittert.

    Gründe für die dramatische Entwicklung sind der Verlust des Lebensraumes (u.a. durch illegalen Holzeinschlag bzw. kommerziellen Kahlschlag, Ausbreitung der Landwirtschaft sowie Brandrodungen) und die Hybridisierung mit entlaufenen Hausschweinen bzw. Wildschweinen (Sus scrofa). Da die Tiere häufig Ernteschäden verursachen, werden sie zudem sehr stark bejagt.

    Die ZGAP fördert seit den 1990er Jahren über das Philippine Biodiversity Conservation Programme (PBCP) die Nachzucht des Visayas-Pustelschweins und anderer auf den Visaya-Inseln endemischer Arten im Schutz- und Zuchtzentrum Mari-it Conservation Park. Ziel ist der langfristige Schutz der Lebensräume und die Wiederauswilderung der Nachzuchten im ursprünglichen Verbreitungsgebiet. Gleichzeitig werden Forschungsprogramme und Aufklärungskampagnen in der Bevölkerung durchgeführt.

  • Zwergwildschwein

    Zwergwildschwein


    Pygmy hog, Porcula salvania
    Indien, zeitlich unbefristet, seit 2006
    Projektcode: 1.Porcula salvania.IND.2006-4537


    Das Zwergschwein ist das kleinste, seltenste und am stärksten spezialisierte aller Wildschweine. Es kommt nur noch in der indischen Provinz Nord-West-Assam vor und ist auf offenes Grasland angewiesen. Die IUCN listet das Zwergwildschwein als vom Aussterben bedroht. Ursachen dafür sind der Verlust des Lebensraums durch menschliche Besiedelung, die Umwandlung in Ackerland bzw. das Beweiden durch Nutztiere, Abbrennen des Graslandes während der Trockenperiode, Aufforstung für die Holzwirtschaft und neue Hochwasserschutzkonzepte. Die Jagd zur Gewinnung von Fleisch durch die indigene Bevölkerung stellte in der Vergangenheit kein großes Problem dar, wird nun aber zu einer Bedrohung für die verbliebene Population.

    1995 wurde daher das Pygmy Hog Conservation Programme (PHCP) ins Leben gerufen, das sich der Rettung der Art und der Erhaltung bzw. Renaturierung ihres Habitats verschrieben hat und seit 1996 in einem sehr erfolgreichen Ansatz Zwergwildscheine nachzüchtet. Die ZGAP hat die Arbeit des PHCP seit 2006 unterstützt und damit dazu beigetragen, dass gesunde in menschlicher Obhut nachgezüchtete Zwergwildschweine in Schutzgebiete in Assam ausgewildert werden konnten. Die Tiere wurden mittels Telemetrie weiterhin beobachtet und es konnte festgestellt werden, dass sie sich gut an ihr Leben in freier Wildbahn adaptiert und dort bereits Nachwuchs zur Welt gebracht haben.

    Der Schutz des Zwergwildschweins und seines Lebensraums geht weit über den Erhalt einer einzelnen Art hinaus. Das Zwergwildschwein eignet sich in besonderem Maße als Indikatortier für die Evaluierung von Schutzmaßnahmen im Grasland, da es oft als erste Spezies aus einem Habitat verschwindet, das auch der Lebensraum anderer bedrohter Tierarten wie z.B. der Barttrappe (Eupodotis bengalensis), des Nordindischen Barasinghas (Rucervus duvaucelii), des Bengalischen Tigers (Panthera tigris tigris), des Indischen Büffels (Bubalus arnee) und des Panzernashorns (Rhinoceros unicornis).

  • Taubenhalsamazone

    Taubenhalsamazone


    Vinaceous-breasted Amazon, Amazona vinacea
    Brasilien, zeitlich unbefristet, seit 2014
    Projektcode: 2.Amazona vinacea.BRA.2014.SPS.FBP-4677


    Die Taubenhalsamazone (Amazona vinacea) kommt nur im Südosten von Brasilien und einigen angrenzenden Gebieten in Argentinien und Paraguay vor. Durch Lebensraumzerstörung und den Fang für den nationalen und internationalen Heimtierhandel ist sie stark gefährdet. Die IUCN listet die Art derzeit noch als „bedroht“, es wird jedoch angenommen, dass ein hohes Risiko besteht, dass diese Papageien in naher Zukunft in freier Wildbahn ausgerottet werden könnten – in zahlreichen ursprünglichen Verbreitungsgebieten ist dies bereits der Fall.

    Der Fonds für bedrohte Papageien (FbP) und die Strunden Papageienstiftung (SPS) der ZGAP arbeiten in Brasilien mit dem Espaço Silvestre Instituto Carijós zusammen und hat die Rehabilitierung und Auswilderung von über 100 beschlagnahmten Taubenhalsamazonen im Araucárias Nationalpark im brasilianischen Bundesstaat Santa Catarina ermöglicht.

    Die ausgewilderten Amazonen haben sich alle wieder sehr gut in der Freiheit eingelebt und sind nicht länger von menschlicher Betreuung unabhängig. Die Tiere werden weiter beobachtet und die dabei erhobenen Daten für wissenschaftliche Zwecke zur Verfügung gestellt.

    Zudem besteht die Arbeit des Espaço Silvestre Instituto Carijós darin, die einheimische Bevölkerung intensiv über die Gefährdung der Vögel informieren und den Menschen vor Ort gleichzeitig nachhaltige Verdienstmöglichkeit aufzuzeigen, die sich durch die hohe Popularität der Vögel ergeben. Dadurch trägt das Projekt sowohl zur sozioökonomischen Entwicklung als auch zum Umwelt- und Artenschutz in der Region bei.