Sensation für den Artenschutz pünktlich zum World Wildlife Day: Spix-Aras starten in die Freiheit

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Bereits 1987 hatten wir als ZGAP in unseren Mitteilungen auf den besorgniserregenden Zustand der damaligen restlichen Freilandpopulation des Spix-Aras hingewiesen. Trotzdem verschwand der Spix-Ara (Cyanopsitta spixii) zur Jahrtausendwende gänzlich aus seinem ursprünglichen Lebensraum. Nur dank intensiver Erhaltungszuchtbemühungen vor allem auch der ACTP, haben immerhin fast 180 Individuen dieser wunderschönen bläulich gefiederten und äußerst seltenen Papageienart bis heute in menschlicher Obhut überlebt.
Jetzt unterstützen wir mit unserem „Fonds für bedrohte Papageien" (FbP) und der „Strunden-Papageien-Stiftung" (SPS) maßgeblich umfangreiche Vorbereitungen für die geplante Wiederansiedlung dieser Flaggschiffart für den Artenschutz in Brasilien.

Wie auch BirdLife International in Ihrer aktuellen Ausgabe berichtet, startet gut 200 Jahre nach der Entdeckung des Spix-Aras und 20 Jahre nach seinem Verschwinden aus der Wildnis in Abstimmung mit der brasilianischen Regierung (ICMBio) und weiteren Partnern das ambitionierte Vorhaben für die Rückkehr der Aras.

Am 03.03.2020, dem Internationalen Tag des Artenschutzes, kehren 50 Spix-Aras nach Brasilien in ein von Feuern verschontes Gebiet der Caatinga-Region zurück und werden vor Ort auf die für 2021 geplante Auswilderung vorbereitet.
Unsere brasilianische Partnerorganisation ECO führt mit uns die Wiederansiedlung der Aras durch. Aktuell laufende Freilanduntersuchungen mit der im gleichen Gebiet vorkommenden Schwesternart, dem Rotrückenara (Primolius maracana), sollen im Rahmen einer Pilotstudie für den bestmöglichen Wiederansiedlungserfolg der Spix-Aras sorgen. Zunächst werden mehrere Rotrücken-Aras im vorgesehenen Gebiet mit Sendern bestückt, um so wichtige Daten über die genaue Lebensweise der Vögel zu sammeln. Rotrücken-Aras eignen sich besonders dafür, da sie ein dem Spix Ara vergleichbares Fress- und Reproduktionsverhalten zeigen.

Roland Wirth – unser Gründungsmitglied und schon 1987 der Fürsprecher für notwendigen Artenschutz für den Spix-Ara – ist aktuell zusammen mit unserem Vorstandsmitglied und Papageienexperten René Wüst auf der Station von ECO, wo sie sich von der umfangreichen Pilotstudie und den neuen Volieren unserer Partner überzeugen. „Wir freuen uns, dass wir dieses großartige Projekt maßgeblich unterstützen und dadurch hoffentlich zum langfristigen Überleben der Art in der Wildbahn beitragen können," bestätigt auch unser Vorsitzender, Dr. Jens-Ove Heckel, stellvertretend für viele ZGAP-Akteure und Unterstützer der langjährigen Bemühungen für bedrohte Papageienarten.